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Jugendsozialarbeit

Sozialpädagogische Hilfen für Ausbildung, Berufseinmündung und soziale Integration von Jugendlichen

Manche Jugendliche brauchen auf dem Weg ins selbstständige Leben immer wieder Unterstützung, Ansprechpartner und Information. Hier setzt die Jugendsozialarbeit an. Sie erreicht Jugendliche in den Schulen, über die Jugendberufshilfe, die Jugendmigrationsdienste oder im Rahmen von Streetwork und Freizeiteinrichtungen. Sozialpädagogisch begleitete Wohnformen ergänzen das Angebotsspektrum.

Für wen sind die Angebote der Jugendsozialarbeit gedacht?

Jugendsozialarbeit richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, die aufgrund von sozialen Benachteiligungen oder von individuellen Beeinträchtigungen auf Unterstützung angewiesen sind.

Wer aufgrund seiner persönlichen Situation und Lebensumstände Schwierigkeiten in der Schule oder beim Einstieg in den Beruf hat, möglicherweise sogar straffällig geworden ist, der oder die kann über die Jugendsozialarbeit Unterstützung erhalten. Alle Angebote der Jugendsozialarbeit setzen an den Bedürfnissen der jungen Menschen an und sorgen für eine Verbesserung ihrer Lebenssituation.

Auf der dieser Seite der Jugendsozialarbeit finden Fachkräfte, Jugendliche und Eltern weitere Informationen, wie etwa Veranstaltungshinweise und Fachpublikationen. Vorgestellt werden die schulbezogene Jugendsozialarbeit, die assistierte Ausbildung, die Jugendberufsagenturen und die Jugendsozialarbeit in Europa. Ebenfalls thematisiert wird, was bei einem Ausbildungsabbruch zu tun ist.

 

Wer unterstützt Jugendliche beim Schul- oder Berufsabschluss?

Ansprechpartner können, je nach Bundesland und Region, die entsprechenden Fachdienste in den Jugendämtern, die Schulsozialarbeit oder die Dienste der Jugendberufshilfe (in manchen Kommunen Jugendberufsagenturen genannt) sein.

Das zuständige Jugendamt kann die richtigen Ansprechpersonen nennen. Je nach individuellem Bedarf werden die Jugendlichen dort beraten und weitervermittelt. Die Fachkräfte kennen die jeweiligen Unterstützungsstrukturen in der Region und können zu weiteren Schritten beraten.

Welche Rolle spielt die Schulsozialarbeit innerhalb der Jugendsozialarbeit?

Die Schulsozialarbeit ist Teil der Jugendsozialarbeit und versteht sich als „schulbezogene Jugendsozialarbeit“.

Sie ist ein Angebot des Jugendamtes und findet in der Regel direkt in den Schulen statt. Jugendhilfe und Schule arbeiten hier Hand in Hand. Es geht darum, neben der klassischen Schulbildung auch sozialpädagogische Angebote für Schülerinnen und Schüler bereitzustellen. Bei der Ausgestaltung der Angebote werden individuelle Beeinträchtigungen und soziale Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen mit in den Blick genommen. Ziel ist es, ihre Entwicklungschancen durch soziale Integration zu erhöhen und damit ihren schulischen Erfolg zu fördern. Die Angebotspalette der Schulsozialarbeit umfasst unter anderem soziale Gruppentrainings, Einzelberatung, Elternberatung, Fallberatung und Krisenhilfe. Weitere Informationen zur Schulsozialarbeit finden Sie hier.

Was kann die Jugendberufshilfe leisten?

Die Jugendberufshilfe ist ein klassisches Feld der Jugendsozialarbeit. Sie konzentriert sich in erster Linie auf die berufliche Integration benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener.

Es stehen vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung, um diese Zielgruppe schulisch, beruflich und arbeitsweltbezogen zu qualifizieren. Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Ausbildungsmaßnahmen werden von der Jugendberufshilfe sozialpädagogisch begleitet. Hier stehen vor allem niedrigschwellige, also leicht wahrzunehmende Angebote im Vordergrund, denn häufig sind die betroffenen Jugendlichen nicht mehr über herkömmliche Systeme wie Schule oder reguläre Ausbildung zu erreichen.

Je nach Bundesland existieren auch unterschiedliche Kooperationen mit den zuständigen Arbeitsagenturen und Jobcentern. Im Gegensatz zu deren gängigen Maßnahmen steht aber bei der Jugendberufshilfe immer der sozialpädagogische Ansatz an erster Stelle. Nach Möglichkeit sollten sich Jugendhilfe, Jobcenter und Arbeitsagentur gut miteinander abstimmen.

Welche Aufgaben haben die Jugendmigrationsdienste?

Die Jugendmigrationsdienste sind vom Bund geförderte Angebote für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

2019 gab es rund 400 solcher Dienste. Zielgruppe sind Jugendliche mit Migrationshintergrund vom zwölften bis zum vollendeten 27. Lebensjahr. In vielen Bereichen der Jugendsozialarbeit wird das Thema Migration inzwischen aber auch automatisch mitgedacht. Die Jugendmigrationsdienste beraten unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Jugendlichen, solange sie sich rechtmäßig oder mit Duldung in Deutschland aufhalten. Die Leistungen werden von freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe gestaltet und durchgeführt. Zentrale Aufgabe ist es, nicht mehr schulpflichtige junge Menschen mit Migrationshintergrund zu begleiten und zu beraten. Dafür werden Gruppen- und Integrationsangebote zur Verfügung gestellt. Die Jugendmigrationsdienste sollen darüber hinaus die sprachliche, schulische, soziale und berufliche Integration verbessern. Die Jugendlichen sollen befähigt werden, sich in allen sozialen, kulturellen und politischen Bereichen zu beteiligen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Was ist Jugendwohnen?

Jugendliche und junge Erwachsene, die - aufgrund ihrer schulischen oder beruflichen Ausbildung oder einer Eingliederungsmaßnahme - an einem anderen Ort als ihrem Heimatort eine Wohnung oder ein WG-Zimmer finden müssen, können in bestimmten Fällen Unterstützung erhalten.

In der Regel bieten freie Träger geeignete Wohnformen an, die eine sozialpädagogische Begleitung der Jugendlichen beinhalten. Dazu gehören auch Lehrlings- oder Jugendwohnheime, die zum Teil von den Ländern gefördert werden. Hier gibt es regional aber große Unterschiede. Auch Einzelwohnungen, betreute Wohneinheiten oder Jugend-WGs können zu den Angebotsformen gehören. Jugendwohnangebote können sich auch an junge Menschen richten, die bereits im Beruf stehen und aus persönlichen oder sozialen Gründen nicht mehr in ihrem Elternhaus leben können. Auch wohnungslose - oder von Obdachlosigkeit bedrohte - Jugendliche sollen mit Angeboten des Jugendwohnens erreicht werden.

Das Wohnangebot ist allerdings zeitlich begrenzt. Es bezieht sich auf die Zeit der schulischen oder beruflichen Ausbildung bzw. Eingliederungsmaßnahme. Während dieser Zeit besteht zusätzlich ein Anspruch auf Krankenhilfeleistungen, soweit keine andere Versicherungsgrundlage vorliegt. Auch Kosten für Mahlzeiten in einer Einrichtung oder Taschengeldzahlungen können von öffentlichen Trägern übernommen werden. Das Video „Ohne Wohnen keine Perspektive“ gibt einen Überblick über die konkreten Angebote der Jugendwohnhilfe eines freien Trägers der Jugendsozialarbeit in Herne.

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